Drei ungeplante Ideen, drei besondere Bildserien
Aktualisiert: 26. Sept.
Manchmal beginnt ein Shooting mit einer einfachen Idee: Wir machen Portraits. So war es auch bei Denise, Kevin und Annalena. Bei allen drei Shootings entwickelte sich dann spontan etwas, das vorher überhaupt nicht geplant war.
Eine Pfütze am Hafen, Pokerkarten und ein Cowboyhut im Studio – und mein Dalmatiner Diego, der kurzerhand selbst vor die Kamera wollte. Aus diesen Zufällen entstanden kleine Bildserien, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Denise: Eine Pfütze wird zur Bildidee
Mit Denise war ich für ein Portraitshooting am Hafen unterwegs. Sie hatte bis dahin kaum Erfahrung vor der Kamera.
Während des Shootings entdeckten wir eine Pfütze und beschlossen, die Spiegelung für unsere Bilder zu nutzen. Denise probierte dazu einfach eine Pose aus. Aus dieser spontanen Idee machten wir gemeinsam mehrere Aufnahmen.
Was mich an den Ergebnissen besonders begeistert: Für mich wirkt Denise darauf, als hätte sie bereits jahrelange Erfahrung als Model. Dabei stand sie zuvor noch nie so richtig vor der Kamera.
Denises Pose und die Spiegelung in der Pfütze ergänzten sich richtig gut. Das hatten wir vorher gar nicht auf dem Schirm – also haben wir spontan weitergemacht und verschiedene Varianten ausprobiert.

Kevin: Pokerkarten, Chips und ein Cowboyhut
Auch mit Kevin war ursprünglich ein einfaches Portraitshooting im Studio geplant. Dann entdeckte er meine Pokerkarten, die Chips und meinen Cowboyhut.
Also haben wir ausprobiert, was sich damit machen lässt. Aus den Gegenständen, die ihm im Studio aufgefallen waren, entstand ein neues Setup, mit dem wir mehrere Bilder aufgenommen haben.
Für mich passte dieser Look sogar besser zu Kevin als unsere ursprüngliche Idee. Manchmal merkt man eben erst beim Fotografieren, welche Richtung besonders gut zu einem Menschen passt.
In diesem Fall brauchte es dafür Kevins neugierigen Blick durchs Studio und die gemeinsame Lust, etwas auszuprobieren.

Annalena und Diego: Mein Hund entscheidet mit
Bei Annalenas Portraitshooting kam die neue Idee auf vier Pfoten ins Set.
Mein Dalmatiner Diego lief durchs Studio und beschloss offenbar, Annalena beim Shooting zu unterstützen. Er setzte sich ganz selbstbewusst zu ihr vor die Kamera. Wenn sich jemand so eindeutig als Fotomodell anbietet, kann ich natürlich schlecht Nein sagen.
Wir haben die Gelegenheit genutzt und gemeinsam einige Bilder von den beiden aufgenommen.
Diese Aufnahmen legten für mich einen wichtigen Grundstein dafür, auch Tiere gemeinsam mit ihren Besitzern zu fotografieren. Wie sich dieser Bereich anschließend entwickelt hat, erzähle ich ausführlicher in meinem Beitrag „Wie ich zur Mensch-&-Tier-Fotografie kam“.

Gemeinsam ausprobieren lohnt sich
Alle drei waren von den Ergebnissen überrascht und angetan. Auch für mich gehören diese Serien zu den schönen Beispielen dafür, warum ich beim Fotografieren gerne offen für spontane Ideen bleibe.
Bei Denise war es eine Entdeckung in der Umgebung. Bei Kevin waren es Accessoires, die zu ihm passten. Bei Annalena war es Diego, der sich seinen Platz vor der Kamera einfach selbst ausgesucht hat.
Aus einem kurzen „Lass uns das mal probieren“ wurden jeweils mehrere Bilder mit einem eigenen Charakter.
Ein Plan darf sich während des Shootings verändern
Eine erste Idee hilft beim Einstieg. Gleichzeitig möchte ich aufmerksam dafür bleiben, was sich vor Ort ergibt und welche Vorschläge mein Gegenüber mitbringt.
Dafür muss niemand mit viel Erfahrung vor die Kamera treten. Manchmal reicht es, eine Pose auszuprobieren, etwas Interessantes im Studio zu entdecken oder die Umgebung genauer anzusehen.
Und manchmal übernimmt mein Hund die kreative Leitung.

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