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Was auf meinen Fotos nicht zu sehen ist

29. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Sept.

Auf einem fertigen Portrait sieht man einen Menschen, das Licht und einen bewusst gewählten Bildausschnitt. Die Vorbereitung, die Bildauswahl und die Stunden am Rechner bleiben dagegen unsichtbar.

Zu einer Stunde Portraitshooting kommen bei mir ungefähr vier bis fünf Stunden für das Sortieren und die Nachbearbeitung hinzu. Was in dieser Zeit passiert und worauf ich schon beim Fotografieren achte, möchte ich hier einmal zeigen.


Bevor die Kamera zum Einsatz kommt

Vor einem Shooting klären wir zuerst die Art der Aufnahmen, die Dauer, den Ort und die Outfits. Daraus ergibt sich, was ich vorbereiten und mitbringen muss.

Meine Ideen entstehen häufig aus vergangenen Shootings. Manchmal schaue ich mir auch online Inspirationen an und überlege, was davon zu unserem Vorhaben passen könnte.

Bei einem Outdoor-Portraitshooting brauche ich vor Ort meistens kaum Aufbauzeit. Viel wichtiger ist, vorher die passende Ausrüstung einzupacken. Im Studio dauert die Vorbereitung eines Sets bei mir in der Regel etwa fünf Minuten. Je nachdem, was wir vorhaben, kann das natürlich variieren.


Alle Fotos: 27.188 Bilder im Fotoshooting Ablauf

Haare, Kleidung und der Blick auf den Hintergrund

Während des Fotografierens achte ich auf viele kleine Dinge: Liegen die Haare richtig? Sitzt die Kleidung? Hat sich der Schmuck verdreht?

Draußen kommt die Umgebung dazu. Manche Dinge im Hintergrund möchte ich bewusst ins Bild einbauen, andere lieber verdecken. Dafür kann schon eine andere Perspektive oder eine leicht veränderte Position helfen.

Auch der Bildausschnitt macht viel aus. Würde man bei manchen Aufnahmen weiter herauszoomen, wären plötzlich andere Menschen im Hintergrund zu sehen. Im Studio würden rechts und links neben der Hintergrundrolle Dinge auftauchen, die auf dem fertigen Portrait überhaupt nicht sichtbar sind.

Der Ausschnitt entscheidet also mit darüber, wie ruhig ein Bild wirkt und worauf der Blick fällt.


Fotoshooting Ablauf: Auswahl und Bearbeitung von Pferdebildern

Nach dem Shooting werden zuerst die Bilder gesichert

Meine Kamera speichert die Aufnahmen bereits beim Fotografieren parallel auf zwei Speicherkarten.

Wenn ich zu Hause ankomme, ist meine erste Amtshandlung, die Bilder auf den Rechner zu übertragen und in Lightroom zu importieren. Anschließend kommt eine neue Speicherkarte in die Kamera. Die Karte mit dem Shooting lege ich in eine Hülle und beschrifte sie.

Formatiert wird sie erst, wenn die fertigen Bilder bei den Kunden angekommen sind und gefallen. Bis dahin bleibt sie als zusätzliche Kopie erhalten.




Die Bildauswahl treffen meine Kunden

Danach folgt die erste Aussortierung. Die verbleibenden Aufnahmen lade ich in eine passwortgeschützte Onlinegalerie.

Dort können meine Kunden in Ruhe ihre Favoriten auswählen. Anschließend bearbeite ich die ausgewählten Bilder entsprechend unseren Absprachen.

Die Auswahl gehört für mich zum Ablauf dazu: Ich möchte wissen, auf welchen Aufnahmen sich die Menschen selbst besonders gefallen.


Online-Galerie Interface für den Fotoshooting Ablauf

Was ich an einem Portrait bearbeite

Wie umfangreich die Bearbeitung ausfällt, ist unterschiedlich. In der Regel passe ich etwas an den Farben an. Veränderungen an der Person richten sich danach, was wir vorher vereinbart haben.

Das können beispielsweise kleine Hautunreinheiten oder Druckstellen sein. Auch verdrehte Top- oder BH-Träger können bei der Bearbeitung eine Rolle spielen.

Viele dieser Details fallen im fertigen Bild kaum auf. Trotzdem brauchen sie Aufmerksamkeit und Zeit. Zusammen mit dem Sichten und Sortieren kommen so bei einer Stunde Portraitshooting ungefähr vier bis fünf weitere Arbeitsstunden hinzu.


Zügig mit den Bildern – manchmal auch etwas zu ehrgeizig

Ich bin in der Regel ziemlich zügig mit meinen Bildern. Eine Geschichte aus der Eventfotografie ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben.

Nach einer Galaprunksitzung vor zwei Jahren war mein Kalender so voll, dass kaum Zeit für die Bilder blieb. Damals habe ich tatsächlich rund 5.000 Aufnahmen in drei Stunden gesichtet, aussortiert und die verbleibenden Bilder bearbeitet.

Geschlafen habe ich in dieser Nacht anschließend allerdings nicht mehr. Das habe ich erst am nächsten Morgen im Bus nachgeholt, als es mit der Wendengugge zum Fasching nach Beckum ging.

Das war eine Ausnahme und ist ausdrücklich kein Maßstab für die Bearbeitungszeit eines Shootings. Eine große Veranstaltungsserie durchzuarbeiten und ausgewählte Portraits einzeln zu bearbeiten, sind unterschiedliche Aufgaben.


Das fertige Bild ist der letzte Schritt

Wenn meine Kunden ihre fertigen Portraits bekommen, steckt darin auch die Arbeit, die sie nicht unmittelbar sehen: die Vorbereitung, der Blick auf kleine Details, die Datensicherung, die Auswahl und die Bearbeitung.

Genau deshalb endet ein Shooting für mich nicht mit dem letzten Auslösen. Danach geht die Arbeit weiter, bis aus den Aufnahmen die fertigen Bilder geworden sind.

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