Die ersten Minuten beim Boudoir-Shooting: Von der Aufregung zum ersten Lachen
Aktualisiert: 26. Sept.
„Schön, dass du da bist! Wie geht’s dir – aufgeregt?“
So beginnt bei mir oft ein Boudoir-Shooting. Freundlich, unkompliziert und mit einer Frage, auf die viele erst einmal mit einem deutlichen Ja antworten. Sich in Dessous oder Unterwäsche fotografieren zu lassen, ist für die meisten eine neue Erfahrung. Dass dabei Aufregung dazugehört, ist völlig verständlich.
Deshalb beginnt ein Shooting in meinem Fotostudio Traumfänger in Nürnberg erst einmal mit Ankommen.
Ankommen, umsehen und das erste Set besprechen
Wir gehen gemeinsam hoch ins Studio. Dort zeige ich zuerst den kleinen Umkleidebereich und wo Taschen, Kleidung und persönliche Sachen abgelegt werden können.
Anschließend besprechen wir das erste Set und das passende Outfit. Womit wir anfangen, hängt davon ab, worin sich meine Kundin wohlfühlt. Häufig starten wir mit einem Hemd oder einem Kimono.
Während sie sich umzieht, bereite ich das Set, das Licht und die Kameraeinstellungen vor. So gehen wir Schritt für Schritt auf die ersten Aufnahmen zu.

Niemand muss schon wissen, wie man posiert
Gerade am Anfang können die ersten Posen noch etwas steif wirken. Das ist für mich ein Zeichen, gemeinsam hinzuschauen und herauszufinden, was sich entspannter anfühlt.
Als Unterstützung habe ich Posing-Karten im Studio. Darauf sind verschiedene Posen erklärt. Sie dienen uns als kleiner Spicker, damit wir eine gemeinsame Vorstellung davon bekommen, was wir ausprobieren möchten.
Ich zeige die entstandenen Bilder, wir halten Rücksprache und ich gebe Tipps. Manchmal hilft aber auch einfach ein ziemlich ungewöhnlicher Gedanke:
„Stell dir vor, die Zutaten deines Lieblingsessens tanzen zusammen auf der Arbeitsplatte.“
Ja, solche Sätze fallen bei mir tatsächlich. Wer gerade versucht, sich tanzende Nudeln oder hüpfende Tomaten vorzustellen, muss oft ganz von selbst lachen. Und schon wird die Stimmung ein bisschen lockerer.
„Wow, das bin ich?“
Während des Shootings schauen wir uns immer wieder Aufnahmen auf der Kamera an. Dabei zeige ich auch Bilder, bei denen mir selbst etwas nicht gelungen ist. Über meine eigenen Fehler kann ich lachen – und häufig haben wir damit gleich den nächsten gemeinsamen lustigen Moment.
Natürlich sehen wir uns auch die gelungenen Aufnahmen an. „Wow, das bin ich?“ ist eine Reaktion, die ich dabei schon öfter gehört habe.
Solche Augenblicke sind für mich besonders schön. Die Bilder machen sichtbar, was vorher vielleicht noch schwer vorstellbar war. Oft merke ich anschließend, dass die Posen lockerer werden und die Stimmung offener und fröhlicher wird.

Wenn aus Zurückhaltung ein entspanntes Miteinander wird
An eine Kundin erinnere ich mich dabei besonders gut. Es war ihr erstes Boudoir-Shooting, und anfangs war sie noch sehr zurückhaltend. Nachdem sie die ersten Bilder gesehen hatte, taute sie nach und nach auf.
Wir haben während des Shootings viel miteinander gesprochen. Dazu kam eine kleine Eigenheit von mir, die an diesem Tag für einige Lacher sorgte: Ich legte meine Kamera zwischendurch irgendwo ab und musste sie anschließend wieder suchen.
Das war für uns beide lustig. Zwischen den Gesprächen, den Bildern auf dem Display und meiner wiederholten Kamerasuche wurde die Atmosphäre immer entspannter. Genau diese Veränderung ist mir von dem Shooting in Erinnerung geblieben.

Du darfst aufgeregt sein und es trotzdem ausprobieren
Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch schön ist. Für ein Boudoir-Shooting musst du dich deshalb nicht erst verändern oder bereits selbstsicher vor der Kamera stehen können.
Wenn du Lust darauf hast, kann es eine bestärkende Erfahrung sein, über deinen eigenen Schatten zu springen und dich aus einer neuen Perspektive zu sehen. Du bestimmst dabei, womit du dich wohlfühlst.
Die Aufregung darf am Anfang mitkommen. Wir nehmen uns Zeit zum Ankommen, probieren gemeinsam aus und finden heraus, was zu dir passt. Und vielleicht liegen zwischen „Ich bin ziemlich nervös“ und „Wow, das bin ich?“ auch ein paar tanzende Zutaten auf einer imaginären Arbeitsplatte.

Kommentare